Politikerwort
Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Er verändert bereits heute unseren Alltag – auch hier bei uns in Norddeutschland. Hitzewellen werden häufiger, dauern länger und belasten insbesondere ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen. Was viele unterschätzen: Extreme Hitze ist mittlerweile eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken unserer Zeit.
Hitze ist längst kein bloßes Sommerphänomen mehr, sondern eine reale Gefahr für die Gesundheit. Nach aktuellen Berechnungen des Robert Koch-Instituts werden mit der zweiwöchigen Hitzewelle im Juni rund 5.100 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland in Verbindung gebracht. Auch wir in Bargteheide müssen uns auf diese Entwicklung einstellen. Dabei geht es nicht nur um vorsorgenden Klimaschutz, sondern ebenso um konkrete Maßnahmen der Klimaanpassung. Wir müssen unsere Stadt so gestalten, dass sie auch an extrem heißen Sommertagen lebenswert und sicher bleibt.
Dafür gibt es bereits gute Ansätze: Bargteheide arbeitet an einem integrierten Vorreiterkonzept, das den Weg zur Klimaneutralität aufzeigt und konkrete Maßnahmen priorisiert. Darüber hinaus hat die Stadt einen Hitzeschutzplan auf den Weg gebracht. Geplant sind unter anderem zusätzliche öffentliche Trinkwasserspender, gezielte Informationen für Bürgerinnen und Bürger sowie Leitlinien für eine klimaangepasste Bauleitplanung mit mehr Begrünung und weniger Flächenversiegelung. Auch Aktionen wie der Hitzeaktionstag zeigen, dass das Thema endlich die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.
Dies ist ein wichtiger und richtiger Anfang. Doch wir müssen diesen Weg konsequent weitergehen: Wir brauchen mehr schattenspendende Bäume, entsiegelte Flächen, begrünte Dächer und Fassaden, ausreichend Trinkwasser im öffentlichen Raum sowie kühle Aufenthaltsorte für alle Generationen. Bei jeder städtebaulichen Entscheidung sollte künftig die Frage mitgedacht werden: Wie wirkt sich diese Maßnahme an einem 35-Grad-Tag aus?
Hitzeschutz beginnt jedoch nicht erst bei politischen Beschlüssen im Rathaus – er beginnt oft direkt nebenan. Viele ältere Menschen, Alleinlebende oder chronisch Kranke leiden unter extremer Hitze besonders stark. Ein kurzer Besuch, ein Anruf, die Frage „Kann ich etwas vom Einkaufen mitbringen?“ oder eine nette Erinnerung an die betagte Nachbarin, ausreichend Wasser zu trinken, können im Alltag einen großen Unterschied ausmachen. Gerade in Bargteheide, der Stadt, in der Nachbarschaft und Gemeinschaft einen hohen Stellenwert einnehmen, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass niemand an heißen Tagen auf sich allein gestellt ist.
Klimaanpassung ist weit mehr als eine kommunale Verwaltungsaufgabe. Politik schafft die passenden Rahmenbedingungen – aber wie wir im Alltag aufeinander achten, liegt in unseren eigenen Händen.
Jede vermiedene Tonne Treibhausgas hilft, die Erderwärmung zu begrenzen. Gleichzeitig müssen wir unsere Stadt widerstandsfähiger gegen die spürbaren Folgen des Klimawandels machen. Beides sind direkte Investitionen in unsere Lebensqualität, unsere Gesundheit und unsere Zukunft.
Genießen Sie den Sommer – und geben Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen acht!
Ute Sauerwein-Weber
Bürgerliches Mitglied der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Bargteheide